rumaroma – 20052

es ist nun rum. es ist aus. ich habe mich von meinem stijlroyal-adobe-konto abgemeldet, microsoft-office von meinem macbook gelöscht und mich beim microsoft account abgemeldet, bin raus aus unserem google-kalender. nun geht gleich die sonne unter und ich würde sagen, ich bin jetzt kein werber mehr. streng genommen bin das ja noch bis um 23:59:59:999h. aber naja. sich bei adobe abzumelden ist so etwas ähnliches wie die relativitätsformel verstehen. ich habe alle meine daten dort gelöscht, alle verläufe, meine vergangenheit seit es die adobe cloud gibt. ich finde es wichtig und richtig nicht dauernd in die vergangenheit zu schauen und zu befinden, ob es ja jetzt doch irgendwie ganz supi oder doof war und dass es jetzt bestimmt bergab geht und wie toll doch früher alles war. ich finde das, was früher war immer irgendwie für irgendwas gut und sicher hat alles seine vorteile, aber was soll ich sagen, schon nach kürzester zeit ist auch die gegenwart vorbei und dann wäre theoretisch die zukunft angesagt, aber die liegt ja naturgemäß (immer) in der zukunft, das ist nicht ganz einfach im handling. die realität ist kompliziert.

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11 jahre nachgedacht

manchmal braucht man ja ewig und drei tage um irgendwas zu ende zu denken. so auch ich. in diesem falle war’s keine ewigkeit, auch wenn es mir bislang so vorkam. ich habe 3.976 tage nachgedacht und bin dann, also nach eben 3.976 tagen, spontan zu dem entschluss gekommen, dass werbung für mich nix mehr ist. also werbung für andere. teil einer werbeagentur sein. ich schließe werbetätigkeiten in zukunft nicht aus. aber eigentlich in diesem klassischen sinne werde ich eben kein werber mehr sein und wenn man’s genau nimmt war ich auch nie einer.

das wurde mir am 20. august diesen jahres klar. dass ich das nicht mehr sein sollte. wenn man in unserer branche, also werbung, design, etc. und dazu selbstständig arbeitet, dann ist irgendwie klar, dass man das macht, bis man 72 jahre alt ist und frühestens dann kann man in rente gehen. entweder, weil man nichts verdient und keine relevanten rentenbeiträge gesammelt hat, oder weil man auf so großem fuß lebt, dass man ja nicht auf einmal so knall auf fall aufhören kann, die ganzen großfüßigen beiträge zu leisten. und wenn man dann noch lebt, kann man mit 72 in rente gehen. eventuell dann auf einer yacht im mittelmeer. eher aber wohl nicht.

jedenfalls fiel mir ein, dass das ja noch 18 jahre wären. 18 jahre. wenn ich daran denke, wie unendlich lange es mir damals vorkam, bis ich endlich 18 war und den führerschein mache durfte. irre. ach du lieber himmel. so lange??? und so werde ich also am 31.12.2021 und nach exakt 4.110 tagen meine derzeitige tätigkeit in meiner firma niederlegen und mal was ganz anderes machen.

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20,000 days of burning pitchforks

endlich ist es soweit. ich bin 20.000 tage alt und auf der welt und zwar ohne unterbrechung. soweit ich mich erinnere. und die zelle fährt. immer noch. hier auf dem blog, das jetzt „das blog auf huck.one“ ist und im leben und im berufsleben (aka man darf gespannt sein) wird vieles anders. komischer, vielleicht besser, schöner, anders, design. es ist mehr ruhe im kopf und in der seele und dann wirbelt wieder alles umher. so ist es ja immer. du musst morgens erwachen und dann keine angst haben oder ekel oder dies und das, was dir das leben im grunde zur hölle macht. und damit meine ich nicht die ruhende depression oder die krücken und den schiefen fuß, der mir keine ruhe lässt, wenn er nachts brennt. und die liebe frau meine ich schon gar nicht. die lungen aufblasen, den kopf zur sonne recken und es müssen wieder träume geträumt und anschließend gelebt werden. wenn draußen wölfe sich am wohnmobil reiben, das macht mir keine angst, der bär schon eher. der bär bin aber ja ich. auch. und so fahre ich 2021 langsam runter und dann 2022 ganz schnell alles wieder auf 100, vielleicht 125.

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udo – 19837

Was ist, wenn alles nur ein Traum ist? Albtraum zum Beispiel. 

Aber nee, glaub ich nicht. Das ist halt nur eine kuriose Welt, in der die Cola warm wird, wenn sie zu lange rumsteht. Und man darf sich nicht wundern, wenn man die Toffifee auf der Treppe rumstehen lässt, dass dann die Ameisen kommen. Es ist eventuell nicht alles die totale Honky Tonky-Show. Es ist real. 

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der alte mann – 19832

Ich würde gerne richtig gendern und ich würde mich auch gerne an die guten Regeln halten. Leute mit diversen Hautfarben zum Beispiel richtig benennen. Und ich informiere mich auch stets, was jetzt der richtige Begriff ist. Mit 4 Jahren hat mir meine Mutter, unter mehrfacher Verwendung des N-Wortes schon erklärt, dass man N-Wort nicht sagt zu Menschen mit zum Beispiel schwarzer Hautfarbe. Oder dunkler Hautfarbe. Oder „dunklerer als jetzt unsere Hautfarbe-Hautfarbe“. Da hätten die Wächter*innen der Sprache schon aufbegehrt. Sie hätten meine Mutter fertig gemacht, weil sie so dumm und unsensibel ist. Sie hätten meine Mutter mundtot gemacht, geshitstormt und gecancelt, dass meine Mutter am Ende heulend am Küchentisch gesessen hätte und nicht gewusst hätte wo oben und unten und was richtig und/oder falsch ist. 

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vollpfosten, genannt achtsamkeitsfuckers gehen das haus – 19831

Ja, nun. Ich kenne ja schon einige sehr sorglose Menschen, die mit der Corona-Situation so ein bisschen lässig umgehen. Das sind dann Leute, die ich aus verschiedenen Gründen nicht umgehen kann, also keine Freunde, wohl aber Familienangehörige oder Dienstleister, bei denen man immer noch auf der Tragung der Maske bestehen muss, obwohl sie „doch schon einmal geimpft“ sind oder (köstlich!) einen Impftermin haben. Aber nun ich habe den ersten richtig krassen Corona-Leugner in meinem Umfeld ausgemacht. „Hahaha, Du gehörst also zu denen!“ lachte er mich aus und fügte irgendwann hinzu, dass es Corona wohl schon geben könnte, dass es aber völlig ungefährlich sei und das könne er mir auch beweisen. Wir könnten uns aber trotzdem mal treffen und uns da dann auch mal so richtig besaufen, auf die alten Zeiten. 

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die beste erfindung aller zeiten – 19821

Alles wurde besser als Apple neulich die Mausfunktion beim iPad zugelassen hat. Ich meine wirklich alles. Diese Veränderung spüren die Menschen bis in den letzten Winkel der Welt. 

Nun. Also. Auch wieder neulich hatte ich den Impuls, was zu schreiben als diese 53 hirn- und geistlosen Schauspieler ihre sogenannten, in Anführungzeichen „ironischen“ Videos ins Internet stellten. Als ich das gesehen habe, ist mir fast die Hutschnur geplatzt. Ich dachte quasi, dass mich der Affe lausen täte. Aber dann dachte ich mir, ja, brat mir doch einer einen Storch, das ist wahrlich nicht ratsam, seinen ganzen Hass immer gleich ins Internet zu kübeln. Ich bin ja nicht auf Twitter. 

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instant hope – 19782

Meine (alte) (wenn nicht so gar uralte) Freundin Christina schrub mir unlängst auf WhatApp, dass sie meinen letzten Post hier gelesen habe und mir wurde erst dadurch deutlich, nachdem ich mir das mal durchgelesen habe, dass das ja krass negativ und hoffnungslos erschien, was ich da schrieb. Ich lese mir das ja nie nochmal durch, bevor ich es poste.

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junk3rjørg3000_$$$ – 19780

Das ist der 383. Tag im Home Office (forever). Ich (denke, ich) werde nie wieder in einem normalen Büro arbeiten (wollen). Zwischendurch werde ich gewiss ein wenig rammdösig, aber eigentlich geht’s gut. Wenn mir der Winter zu sehr auf die Nerven geht, nehme ich die Oculus und laufe zum Beispiel durch irische Dörfer oder über die Hardangervidda. Oder ich versuche mir ein Brillengestell auf dem 3D-Drucker auszudrucken („Haas, du musst noch viel lerne‘!“). Ich kann aber nicht richtig klagen. Und dann frage ich mich, warum eigentlich nicht? Warum klage ich eigentlich nicht? Weil ich hier am Rande des Waldes lebe und die Menschheit irgendwo da unten im Dorf? Weil ich so ein vergesslicher Hund bin, so dass ich jeden Morgen aufstehe und denke, ach, wird schon gehen, bis mir beim allmorgendlichen Gang ins Bad wieder auf- oder einfällt, dass ich ja gar nicht gehen kann und jeder Schritt weh tut? Vergesse ich einfach, zu klagen? Und wenn ich morgens ein wenig zaudere mit den Umständen, ja, dann trinke ich vier Expressos und dann fange ich einfach an. Ich fange jeden Morgen wieder an. Da habe ich auch in den schlimmsten Depressionsphasen gemacht. Einfach angefangen. Mit dem, was ich kann und mit dem, von dem ich weiß, was als nächstes zu tun ist. So kann ich auch die Pandemie bewältigen. Denke ich oft. Nicht immer. Aber immer noch. Ich höre mir an, was die Virologen und Karl Lauterbach sagen und dann mache ich das so. Es gibt da nichts zu diskutieren. Mit wem auch?! Aktuell warten wir auf die 3. Welle. Die liebe, liebe Frau sagte heute, „Weißt Du noch, Bergamo, vor einem Jahr. Wie das Militär da die Leichen aus der Stadt gefahren hat?“, „Ja!“, sage ich. Und dann machen wir das so, wie Drosten und Lauterbach das sagen. Jeden Tag. Seit einem Jahr. Und jetzt? Wem soll man das noch erzählen? Wer hört noch zu? Wer hat noch die Kraft dazu? Es ist nicht mehr vermittelbar. Vor einem Jahr, da sind wir einmal in der Woche zum Rewe nach Oestrich-Winkel gefahren und der Himmel war blau und rein und frei von Kondensstreifen und die Straßen waren leer und man dachte, das ist ja fast wunderbar, wenn nur das Virus nicht wäre. Wir machten das ganz gut. Die paar Idioten steckten wir weg. Die stecken wir weg. 

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