aufgefress / more than less – 20053

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ich weiß dann genau wohin mit mir. ich muss lachen. heute, inzwischen ist der 1. januar 2022, nun bin ich nicht mehr selbständig.

oder selbstständig. also der formhalber ist man das ja nicht mehr, wenn man für eine gmbh arbeitet. also ich bin ein angestellter. irgendwo in der sonne. also so. das will man so. das will das gmbh-gesetz so. aber das werde ich ja eh nie so richtig sein – angestellt. im kopf und im herzen. ich schreibe. ich dichte. ich grafikdesigne. ich überleg mir mal was. ich muss mir schöne dinge ausdenken. das ist mein job. jetzt muss ich kreativ sein. also das zu müssen, was ist denn das? also zu müssen. ich kann ja nur aus dem bauch heraus denken und aus dem herzen und womöglich aus der seele, aber doch nicht aus dem kopf. ich kann doch nicht aus dem kopf heraus schaffen. ich kann nur immer denken, denken, denken, nachdenken. aber dann ja nichts erschaffen. so sitze ich hier, mit diesen und den folgenden überlegungen, am comer see, im wohnmobil und denke den ganzen tag irgendwas und sage das dann der lieben frau und irgendwie, heute abend, als wir gnocchi gegessen haben, wir haben die nudelsoße kalt über die gnocchis gekippt, aus dem glas, fertigsoße, von irgendwie barilla, mit oliven, weil wir es jetzt grad satt haben, das fahren durch diese graue welt, da sage ich der frau, da sage ich, dass ich des denkens so müde bin. und ich will heim. es war dieser tage genau ein nachmittag schön und wir saßen in der sonne, dann wollten wir heim und so fahren wir nun 3 tage heim und wenn die sonne scheint, also sie scheint ja praktisch immer, aber wenn der himmel blau ist, wenn der himmel nur blau ist, dann ist ja alles gut, aber das war er jetzt nicht oft, blau, der himmel und alles war so eng und alles war so pandemische lage und dann erklärt die weltregierung italien zum hochrisikogebiet und wie kommt uns das dann vor, wenn wir hier einfach weiter herumfahren oder herumstehen? wie tölpel. da wollten wir heim.

auch wenn wir uns vorgenommen haben die lage anzunehmen und das beste draus zu machen. aber dann ging das nicht. vielleicht im mai wieder. aber jetzt heim. zur katze und zur bequemlichkeit und da wo wir unsere einkäufe vorbestellen und einfach nur abholen können. ohne menschen, und ich habe zu kiki gesagt „wir sollten jetzt keine misantropen mehr sein. alle wollen misantropen sein. weil sie zaghaft sind, wegen der angst vor zurückweisung. da sagen sie dann, sie seien misantropen. aber nur wegen des wortes und weil man ja schließlich irgendwas sein will. aber wo soll das hinführen? sag mal, du sagst seit 18 jahren „ich werde noch zur misantropin„ und, aber bist du denn jetzt eine oder willst du es noch werden. wie ist die sachlage denn da?“ „nee, ich bin schon misantropin.“, sagte sie und was soll man da sagen? sie will es ja doch so. daran müssen wir arbeiten, sage ich zu ihr. also ich meine, ich bilde mir ein, dass ich daran arbeiten muss, dass sie keine misantropin mehr ist, was ja extrem übergriffig ist, aber ich habe es mir ja nun vorgenommen, dass sie keine misantropin mehr sein soll, weil ich dachte, das sei vielleicht ein richtiger gedanke keine misantropin zu sein. die frau ist ja nun sehr selbstbestimmt, denke ich mir und das prallt ja ohnehin von ihr ab, wenn ich ihr da was vorschlage, was sie nicht will, dann ist das quasi ja nur umsonst, dass ich das sage, aber das hat ja keine auswirkungen. evenutell ist es dann nicht übergriffig, aber vielleicht ja doch. ach, jetzt weiß ich auch nicht.

ich würde mir jetzt gerne im bart zwirbeln, aber aber ich habe ihn mir neulich „ausversehen“ abgeschnitten. die ganze arbeit umsonst und jetzt sehe ich aus wie kurt beck. also ich will kein misantrop sein, ich will auch nicht mehr sagen, dass ich ADHS habe, auch wenn ich das habe und das mit der hypersensibilität, diesen autistischen strukturen und dem ganzen gehirnkram. ich will das nicht mehr. ich will jetzt mal irgendwo ankommen. und dann ist da ja auch noch das mit der depression, die über einem baumelt wie so ein griechisches schwert. also da kann man ja keine klaren gedanken fassen. oder ankommen. wenn ich bloß wüsste wo ich ankommen soll. in meiner mitte vielleicht? oder bei mir selbst? oder soll ich zur ruhe kommen? oder nicht so viel nachdenken. hahahahahahaha.

ich lache aber gar nicht.

wenn man sich erstmal an sich gewöhnt hat, dann versteht man das alles auch … naja, nicht direkt verstehen, aber dann ahnt man was man da macht und dass es sein muss oder man wacht morgens auf und denkt, man ist normal. also man denkt, so könnte das normalsein sein. so ungefähr. also, das denkt man dann zwar nicht, das könnte man aber denken. denn wenn man es denken würde, dann wäre das ja schon wieder nicht normal. denn normal ist ja, wenn man nicht über das leben nachdenkt. wenn man einfach so vor sich hin lebt. und weil man dann ja zuviel zeit hat, sucht man die erfüllung eben in anderen dingen. zum beispiel kukkt man sich seinen kontostand an und redet sich ein, dass sei jetzt super und führe ins glück. aber es führt ja zu gar nichts. keine ahnung. ein leeres konto führt aber auch nicht direkt ins glück. man muss abwägen. naja und ich kann mir das ja nur in etwa so vorstellen und ich glaube, ja, ich weiß es geradezu, es gibt dieses „normal“ gar nicht. ich kann es aber nicht beweisen.

so sitze ich hier am comer see und die berge stehen im dunkeln da drüben und der see liegt da irgendwo vor mir und ich kann ihn aber nicht sehen. da es jetzt 23:10 uhr ist und da kann mir die gegend ja viel von seen und bergen erzählen. es könnte ja auch das meer oder die wüste sein oder der frankfurter zoo. ich sollte mal schlafen. mal so richtig schön schlafen. morgen um 7 uhr spätestens stehen wir auf und dann saufen wir kaffee und fahren zum supermarkt, denn wir wollen diversen leuten ja noch was mitbringen aus italien. als ob es das nicht alles schon bei uns gäbe. außerdem wollen wir morgen abend, wenn wir so ungefähr bei freiburg ein schönes plätzchen ausgemacht haben, käsechipse, schokolade, baklava, fenchelsalami, italienisches gebäck und nic nacs in uns hineinstopfen bis wir kurz glücklich sind und dann ist uns schlecht. und dann übermorgen fahren wir heim. und es ist einfach manchmal nötig, dass man sich vollkommen unnormal verhält. hahahahahahaha.

ich lache ja gar nicht.

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