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Kcuh Elõ – #eins.

Es muss nicht verstanden werden. Das ist die gute Nachricht. Kcuh Elõ hat und ist keine.vision, aber auch blogroyal.de, wisper.rocks, Sommerberg, Huck Haas und alles, was nicht sein soll, weil es Regeln gibt und Geschmack und Meinungen. Ich glaube schon lange nicht mehr an die Regeln und an den Geschmack anderer Leute, außer an meinen, und Meinungen go home. Es funktioniert schon lange nicht mehr. Nichts ist noch einfach. Nichts ist wie früher, wo alles noch viel schlimmer war. Erfahrungen zählen nichts mehr. Die Zeiten sind vorbei. Es gibt nur noch JETZT. Und das hier ist ein Teil von keine.vision. Es möchte nicht geplant sein. Es möchte keine Klarheit. Es möchte keinen Plan. Alles ist die weiße Wand und Buch-
stabennudeln und Bücher ohne Text. Und ein Magazin mit dem, was gerade vorbeifliegt. Das hier ist die erste Ausgabe von Kcuh Elõ.

4-5 „Es“ ist nicht lesbar. Vielleicht geht es darum, dass man sich erst drauf einlassen muss und dann kann man „es“ immer lesen.

6-9 Neues aus Buljan Sankorask. Die Abenteuer des kleinen Schlozz Emil Bienenschlau, die mal ein Teil von Blogroyal waren und dann einfach aufhörten. Emil Bienenschlau gibt es nicht mehr. Es geht ohne ihn in Buljan Sankorask, am Fuße des Laburischen Quarzes. Vielleicht werden „Die Abenteuer des kleinen Schlozz Emil Bienenschlau“ mal ein Kinderbuch für Kinder, die schon weggeritten sind und schon jetzt nicht mehr den Alltag ertragen. Vielleicht auch nicht. 10-11 Über die Liebe. Eventuell habe ich nur einmal wirklich geliebt. Und das seit August zwotausenddrei, und ich habe bisher nicht damit aufgehört. Einmal geliebt und nur einen Menschen. Zu mehr bin ich nicht in der Lage. Alles andere war Verliebtheit in Umstände. Verliebtheit ist wie die Angst zu sterben.

12-15 www.wisper.rocks. Wir fahren mit dem Auto durch den Rheingau und sitzen auf Bänkchen. Und dann schreiben wir es in dieses Blog.

16-21 Gulaschsuppe, nur halt mit Hackfleisch. Ein Rezept. Ich kann nicht kochen,
weil ich mich nicht auf ein Rezept einigen kann. Ich sehe so viel und vergesse darüber die Zeit. Und dann ist es angebrannt. Es ist ohnehin immer alles zu viel. Überall brodelt es. Der Geruch von Suppe, die über den Topfrand sprudelt und dampfend, dann rauchend verbrennt auf der Cerankochplatte. Kochen ist Kunst. Ich verehre diese Kunst und alle, die sie beherrschen.

22-27 Stø. Was Stø ist und was aus dem Leben wurde, weil man mehr trinkt, als es die Regeln hergeben. Wie es dringend notwendig war,
früher arm gewesen zu sein. Wie wichtig das ist. Man müsste es seinen Kindern beibringen. Arm sein und es dann da rausschaffen. Das ist der Weg. Und Stø.

28-29 Situationistische Internationale. Das muss man mal googeln. Das ist einen Gedanken wert. Und hier nutze ich ausnahmsweise mal einen QR-Code. Niemand wird
ihn nutzen. Aber er ist da. Deshalb hält sich die Frau die Hände vors Gesicht.

30-31 Pissnelkenhaft. Wie ich früher mal dachte, dass Prosa es rausreißt. Beim Durchsehen meiner alten Texte habe ich viel Scham empfunden. Dieser Text aus dem Jahr neunzehnhunderteinundneunzig hat es in Kcuh Elõ geschafft.

32-33 blogroyal.de, das selbstreferenzielle Blog. Und unten verläuft mein Leben. Wenn ich darüber nachdenke, erinnere ich mich an Gerüche. Ich weiß noch, wie es roch, als Petra starb. Wie das Bett roch, als ich sieben Jahre alt war. Ich erinnere mich daran, wie Neonröhren brummen, aber nicht an deine Worte. Ich erinnere mich an die Pantone-Farben, an die Schriften, an den Geruch von morgens früh in der Wiesenmühle. So war mein Leben und so ist mein Leben. Sollten unsere Kinder irgendwann mal meckern „Früher war alles viel besser!“, dann meinen sie damit jetzt.(Cro, die Orsons, Tristan Brusch). So ist das.