die beste erfindung aller zeiten – 19821

Schreibe einen Kommentar

Alles wurde besser als Apple neulich die Mausfunktion beim iPad zugelassen hat. Ich meine wirklich alles. Diese Veränderung spüren die Menschen bis in den letzten Winkel der Welt. 

Nun. Also. Auch wieder neulich hatte ich den Impuls, was zu schreiben als diese 53 hirn- und geistlosen Schauspieler ihre sogenannten, in Anführungzeichen „ironischen“ Videos ins Internet stellten. Als ich das gesehen habe, ist mir fast die Hutschnur geplatzt. Ich dachte quasi, dass mich der Affe lausen täte. Aber dann dachte ich mir, ja, brat mir doch einer einen Storch, das ist wahrlich nicht ratsam, seinen ganzen Hass immer gleich ins Internet zu kübeln. Ich bin ja nicht auf Twitter. 

Die Namen der 53 Schauspieler habe ich mir aber notiert. Ich bin sauer. Was mich auch schon wieder an dieser Sache nervt, ist, dass ich jetzt ja eigentlich einleitend schreiben müsste, was es mit „der Sache der 53 Schauspieler“ auf sich hat. Da weiß ja in 27 Jahren, wenn das hier jemand liest, keiner mehr, wer Jan-Josef Liefers und (hihihihi) Volker Bruch (lol) waren. Und angesichts des Aufwands, den diese Beschreibung des Sachtatbestandes mit sich brächte, habe ich schon wieder überhaupt keine Lust mehr, überhaupt was zu schreiben. Dieses ganze Schreiben, was soll es denn auch noch? Wenn ich nicht so fürchterlich unbegabt wäre, einen Eimer Farbe auf eine Leinwand zu schmeißen, würde ich so was machen. Aber dann hat man das ja auch schon 1000x gemacht und da sind dann ja schon wieder so viele Barrieren in und an dem Gedankenkonstrukt, dass mich die Lust daran verlassen hat. 

Einen Podcast habe ich versucht. Wo doch jeder einen Podcast macht, da muss ausgerechnet ich auch einen machen. Beim Machen des Podcastes habe ich allerdings festgestellt, dass mich Unterhaltungen mit anderen so müde machen. Also nicht dieses Müde, das die Zenturione bei Asterix und Obelix immer verspürt haben, es war eher so eine brennenende Ungeduld, die in mir loderte, und so eine Frustration, dass niemand, niemand, niemand da hin denkt, wo ich glaube, wo man hindenken müsste. Es war alles schon mal da gewesen, und Menschen klammern sich ja auch immer an bekannte Verhaltens- und Denkmuster und haben dann auch immer diese Angst, sich zu blamieren oder irgendwelchen Peergroups nicht zu entsprechen. Also so was und ich kann das doch so schwer ertragen und vor lauter Ungeduld bin ich dann eingeschlafen. Wie, als würde man während eines Cola-Rausches einschlafen oder während des freien Falles. Das Gespräch als Kunstform funktioniert vielleicht nur als Selbstgespräch. Schade eigentlich. 

Es bleibt also nur das Dösen als Kunstform. 

Und Selbstgespräche. 

Oder an herbstlichem Laub riechen. 

Und an Moos und das dann denken, wie das dann ist. 

Das einfach nur denken, wie ich es denken würde. Gar nicht aufschreiben und schon gar nicht fotografieren. Und schon gar nicht jemandem erzählen, denn dann ist es tot. So nicht. Und dann dachte ich, wenn ich weiterhin so denke, werde ich sozial immer verschrobener und eines Tages werde ich verrückt. Also, dieses für alle sichtbare verrückt. Wenn ich aktuell nicht 5 Tage die Woche jeden Tag mehrere Zoom-Konferenzen führen und auch nicht so irgendwie einen Restimpuls an Gegenwärtigkeit verspüren täte, ich hätte längst einen langen Bart und Dreadlocks und würde nur noch grunzen und Hühnerherzen und Blutwurst fressen. Und Bärlauch. Und Kellogg’s Corn Pops. Und diese Hanuta-Riegel, die neulich die Knoppers-Riegel in die ihrer Maximalgeilheit abgelöst haben. Und ich säße in einer Hütte im Wald und das Moos würde sich schon den Weg ins Hausinnere bahnen. Ich würde mich mit einem Plüschhund unterhalten und das wäre auch schon alles. Mehr gäbe es nicht. 

Irgendwie müsste noch die Frau (die ja so ähnlich drauf ist) in dieses Lebenskonzept intergriert werden und basta. Aber die Zeit dafür ist noch nicht reif. Ich spüre es noch nicht. Ich bin noch nicht so weit. Ich sehe es vor mir, aber es ist noch nicht in mir. Und da habe ich mir überlegt, naja, was heißt überlegt, ich bin dazu übergegangen alte Bekanntschaften wieder aus den Tiefen meiner abgelegten Telefonbücher hervorzukramen und zu kontaktieren. Also bisher waren es 1 Mensch aus dem sogenannten richtigen Leben und eben schrieb ich eine Mail an eine Twitter-Legende. Beim Mensch aus dem richtigen Leben dachte ich mir dann, vielleicht suchst du dir lieber ein anderes Hobby, als Menschen zu kontaktieren. Und die Twitterlegende sitzt sicher gerade daran, eine maximal unangenehme Antwort zu verfassen, so dass ich auch diesen Schritt jetzt schon wieder bereue. Wahrscheinlich landet meine Mail im Spamordner und/oder ich bekomme überhaupt keine Antwort. Worüber man sich dann wieder ärgert oder lauter Gedanken macht und die Frau sagt, hättste das ja auch nicht gemacht. Geht doch immer aus wies Hornberger Scheißen. Jetzt habe ich doch tatsächlich „Hornberger Scheißen“ geschrieben. 

Man muss wissen, dass ich mich vor Jahr & Tag mit dieser Twitter-Legende überworfen habe und irgendwann so stark an der Richtigkeit meiner geistigen Existenz auf Twitter gezweifelt habe, dass ich auch alle anderen Twitter-Bekanntschaften im Nichts verlaufen lassen habe. 

Oder umgekehrt. 

So genau kann man das nicht sagen.

Und also bleibt nur noch die Sache mit dem Moos. Vielleicht müsste ich dazu exzentrischer Millionär sein. Ich stelle mir das folgendermaßen vor: Irgendwo auf der Welt läuft ein Mann mit einem Koffer mit 20 Millionen Euro herum. Da dachte ich vor 40 Jahren mal an einen Koffer mit 1 Millionen DM, dann waren es lange Jahre 2 Millionen DM. Später dann 2 Millionen Euro. Bis ich dann dachte, ach was soll‘s, 20 Millionen, damit wäre man fein raus. Das Geld würde ich u.a. in 2 Wohnsitze investieren. Einer wäre in der Provence und einer in Norwegen, vielleicht auf den Lofoten. Dann würde ich eine älteres koreanisches Paar einstellen, welches mit mir koreanische Übungen machen täte. Außerden würde das koreanische Paar mir und der Frau (oder der Frau und mir) Speisen zuzubereiten. 3x am Tag. Diese Speisen wären gesund und trotzdem sehr, sehr gut. Das koreanische Paar würde zudem meinen Garten pflegen und „Erledigungen“ für mich machen. Für meine Frau aber auch. Also die Frau, die aktuelle, von mir sehr geschätzte, ja geliebte Frau, ist natürlich Teil dieses Planes. Und so würden wir zwischen Norwegen und der Provence hin und her pendeln und zwischendurch würden wir mit dem Expeditionswohnmobil, welches wir dann hätten, in stark bemooste Wälder fahren und ich würde mich dort in eine Hängematte legen und das Moos einatmen. Ab und zu würden Zweige auf mich herabfallen und Bucheckern. Eventuell würde ich Pilze pflücken und braten. Und wildes Obst täte ich einsammlen. Und Kräuter. Und ich würde ab und zu Gras rauchen. Aber nur sehr ab und zu. Aber als Option fände ich das sehr schmuck. Jetzt, wo mir ja sämtlicher Sinn nach Alkoholkonsum abhanden gekommen ist. Also in echt und auch in der „Mann-mit-dem-Koffer-mit-den-20-Millionen-Phantasie“. 

Also naja, sowas. Im Prinzip bin ich ja aber auch jetzt schon verwaldschradet genug. Ich wohne die Hälfte der Zeit quasi in einer 4 Quadratmeter großen Hütte auf einem ca. 4 Quadratmeter großem Bett, bewege mich mittels eines Elektrodinges (da habe ich mir kürzlich überlegt, dass ich das Elektrodings Samweis oder Peregrin Tuk nenne könnte. Gefährt – Gefährten … verstehste) und fahre manchmal mit meine komplett unexpeditionesken Wohnmobil irgendwohin, lasse mich vollregnen und fahre wieder heim, wo ich dann wieder in dieser Hütte sitze und rausschaue und mir denke, die Vögel, die sagen wirklich sehr interessante Dinge. Also die Vögel, da muss man wirklich sagen … toll. 

Also nun. Es ist ja nun 425 Tage her, dass wir coronabedingt ins Home-Office gezogen sind und, dass sich so einiges geändert hat im Denken und in meiner Lebensstruktur. Vieles ist denkbarer als je zuvor und mir ist die Pandemie in ihrer Urgewalt und was sie mit den Menschen macht und machen wird, nur sehr abstrakt deutlich. Ich höre in den letzten Wochen immer wieder, dass die Menschen glauben, die Pandemie sei in ein paar Wochen vorbei. Das macht mir Angst. Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Obwohl ich gestern meine zweite Impfung mit AstraZeneca, dem Leprakranken unter den Coronaimpfstoffen, erhalten habe, kann ich mir nicht vorstellen, dass jetzt alles wieder funny valentine ist. Das übersteigt meine Vorstellungskraft. Wie kann man denn so naiv sein, denke ich und dann denke ich, dass es vielleicht nicht geht, wenn alle alles wissen täten. Weil das so gewaltig wäre, dass die Menschen den Verstand verlören, wenn sie alles wüssten. Jenen Verstand, den ich schon längst verloren habe. 

HAHAAHAHAAAHAHAH! 

Als ob die Regierung zuläße, dass dieser Text hier ans Lichte der Öffentlichkeit gelänge oder gelange oder gelangt. Was weiß denn ich. Jedenfalls wird es so sein, dass ich hier mit meinem eigenes für mich konzeptierten Internet sitze und da hineinschreibe, aber es liest keine Sau, denn es ist ja nur für mich gemacht, dieses Internet. Wie bei der Truman-Show. . Damit ich denke, ich könnte meine sogenannte Meinung … äh …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.