rumaroma – 20052

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es ist nun rum. es ist aus. ich habe mich von meinem stijlroyal-adobe-konto abgemeldet, microsoft-office von meinem macbook gelöscht und mich beim microsoft account abgemeldet, bin raus aus unserem google-kalender. nun geht gleich die sonne unter und ich würde sagen, ich bin jetzt kein werber mehr. streng genommen bin das ja noch bis um 23:59:59:999h. aber naja. sich bei adobe abzumelden ist so etwas ähnliches wie die relativitätsformel verstehen. ich habe alle meine daten dort gelöscht, alle verläufe, meine vergangenheit seit es die adobe cloud gibt. ich finde es wichtig und richtig nicht dauernd in die vergangenheit zu schauen und zu befinden, ob es ja jetzt doch irgendwie ganz supi oder doof war und dass es jetzt bestimmt bergab geht und wie toll doch früher alles war. ich finde das, was früher war immer irgendwie für irgendwas gut und sicher hat alles seine vorteile, aber was soll ich sagen, schon nach kürzester zeit ist auch die gegenwart vorbei und dann wäre theoretisch die zukunft angesagt, aber die liegt ja naturgemäß (immer) in der zukunft, das ist nicht ganz einfach im handling. die realität ist kompliziert.

UND DANN

die liebe frau und auch ich waren dereinst der auffassung, dass wir nun mit der pandemie leben. sie ist einfach da, die pandemie. lamentieren hilft nicht. auch wenn ich manche menschen vermisse und – ja auch – sorge vor einer infektion habe, so ist das allerschlimmste, dass wir nun die decke vom ungemachten bett gezogen haben. da sieht man das ganze dilemma. die gesellschaft ist in mehrere teile geteilt und ca. ein teil davon, kein großer, ist der blanke horror. ich will nicht näher darauf eingehen. die, die man schwurbler:innen nennt. sie wissen, was ich meine, die sind fast das erschreckendste an der pandemie. nach sterbenden und gelongcovideten menschen. aber wir schützen uns und machen alles was man machen kann. und so versuchen wir diesen teil unseres lebens zu überstehen.

nun stehen wir hier in italien und das ist ab morgen hochrisikogebiet. nun müssen wir lernen, damit umzugehen. wenn was verboten wird, klar, dann ist es einfach. dann, falls es nicht komplett absurd ist, macht man es nicht, hält sich an gesetze, regeln und an das, was die regierung tut, damit nicht alles komplett zusammenbricht. wenn wir aber überlegen müssen, ob wir zum beispiel hals über kopf aus dem HRG flüchten müssen oder ob wir weiterhin mit unseren mitgebrachten teigwaren in der italienischen sonne stehen bleiben, dann müssen wir entscheiden. das ist dann mitunter nicht einfach. macht man es richtig? wie macht man es richtig? es ist aktuell so, dass die einzigen kontakte menschlicher natur ca. 7,50 meter von uns entfernt stehen. im freien. sie sind sehr freundlich und haben jeweils zwei sympathische kinder und hunde und wir haben uns gegenseitig unserer 3-fach impfung versichert. das ist glaube ich dann okay. also so zu sein. also bleiben wir noch in italien. und mal sehen, was morgen ist. morgen ist wahrscheinlich 2022.

BLICK ZURÜCK NACH VORN

und nun also ist morgen die zukunft und das jahr 2021 ist die vergangenheit. und die vergangenheit … ja die vergangenheit. ich hege keine großen verbindungen zur vergangenheit. inwieweit zum beispiel mein seltsamer vater einfluss auf mich, mein leben und mein handeln (dass ich das trenne, ist ja eventueller noch seltsamer) hat, weiß ich nicht. ich glaube keinen großen, aber die tiefenpsychologen unter ihnen werden das besser wissen. jedenfalls ist die zeit mit stijlroyal rum und ich bin froh darum. war alles für irgendwas gut und immerhin habe ich mal den für mich völlig befremdlich faszinierenden begriff „erfolgreich“ hautnah miterleben dürfen. also ich stand daneben und schaute mir den den begriff „erfolgreich“ und seine umstände an. so etwas merkt man ja vor allem auf dem konto oder auch daran, dass einem der hausbankzuständige so freudig am telefon begegnet. das ist schon toll und ich hätte eventuell kein wohnmobil oder auch kein elektrodings oder krücken aus carbon und ich müsste mich mit den tonnenschweren stahlkrücken rumquälen, die einem die aok-hessen bereitstellt. oder fragen sie mal amazon und meine freunde von DHL. nun ja. hüstel. gesellschaftlich interessiert mich die erfolgreichheit aber nicht und auch die liebe frau liebt mich aufgrund von erfolgreichlichkeit nicht mehr (aber auch nicht weniger (lol)). ich habe da eben nochmal nachgehakt.

das mit dem erfolgreichismus hat mich natürlich durch meine krückenhaftigkeit und die depressionen begleitet und man möchte sich nicht vorstellen, wie das ist, was milliarden menschen tagtäglich erleben müssen, nämlich krückenhaftigkeit, depressionen und arm sein zugleich. nun ja. ja und dann ja auch das gute aus dem nicht so guten schöpfen und erkennen, was man im nicht so guten aber doch noch in die zukunft retten könnte. und, ja, klar, das gute im guten und das nicht so gute im nicht so guten sowie das nicht so gute im guten gibt es ja dann auch. da habe ich zum beispiel „strategisch denken“ gelernt. zunächst dachte ich, das sei eine anverwandtschaft von vorsicht, angst und mutlosigkeit. dann aber habe ich begriffen, dass „stragisches denken“, wenn es gut gemacht ist, große vorteile mit sich bringt. und da bin ich jetzt auf jeden fall (jedenfalls zur zeit noch) dem strategischen denken angehörig und fan von. nun aber werde in ca. 6 stunden ein anderer mensch sein. dann werde ich merken und marken entwickeln. und zwar die marken, für die ich dann arbeite und ich werde mir shirt-motive ausdenken und die dann mit dem apple-computer oder dem ipad oder dem iphone umsetzen, mich mit dem (fast nie ans telefon gehenden) ben wildner abstimmen und die sache ist geritzt. besagter ben wildner fand bisher fast alles gut, was ich machte und dachte. das ist ziemlich gut und verheißungsvoll. wenn man also nicht die dinge für andere leute entwickelt, bzw. deren marketingleute, die es dann an die marketingleiter:innen weitervermitteln, die es dann den assistent:innen der geschäftsleitung rüberstilleposten und die geschäftsleitung sich dann für „das logo größer und blau“ entscheidet, dann ist das jetzt erstmal das, was ich lieber täte.

2021 war ja ein pandemiejahr. und es herrschte die klimakatastrophe in unseren köpfen (nicht aber in allen) und in echt. und larry king, uta ranke-heinemann, milva, olmypia dukakis, ned beatty, esther bejarano, gerd müller, charly watts, lou grant, lee scratch perry, mikis theodorakis, jean-paul belmondo, rainer holzschuh, gerd ruge, erna de vries, bettina gaus, bernd nickel, holger obermann, horst eckel, lina wertmüller, klaus wagenbach, desmond tutu und der erste mann, der nicht auf dem mond war, sind gestorben. und noch viel mehr. an corona und auch sonst so. im alter, im krieg und an anderen krankheiten. johnny mnemonic spielt auch im jahr 2021. naja. und darum bin ich froh, dass das jahr 2021 rum ist und das neue beginnt. johnny mnemonic my ass.

hoffnung und freude

also in ca. 6 stunden beginnt die neuzeit. ich muss dringend dann meine liebe frau noch mehr lieben. außerdem muss ich alles von stuckrad-barre sehen, lesen, anhören. wenn ich das nicht längst getan habe. viele ausgaben der podcasts (achtung und jetzt kommts) „lanz & precht“, „ja ja, nee nee“, „verrückt“, „klamroths konter“, post von sarah bosetti“, „jokes mit till reiners“, „unterwegs mit …“, „sternstunde philosophie“, „baywatch berlin“, „frisch an die arbeit“, „kaulitz hills“, „saunaclub susanne“, „apokalypse & filterkaffee“, „ball you need is love“, „talk ohne gast“, „zum dorfkrug“, „offline & ehrlich“, „schroeder & sumuncu“, „deutschland 3000“, „persiches kimchi“, „the screenshots morningshow“, „hotel matze“ und natürlich „flake. des tastenfickers podcast“. ich möchte unbedingt mehr bloggen. weniger sofort in mein iphone starren. weniger essen. weniger wiegen. leichter durch die gundeltür passen. gundelthyr. ich möchte mir dinge ausdenken von deren anschließenden existenz mir die tränen der ergriffenheit über die wangen kullern sollen. ich möchte menschen wieder lieben und diese lästige misantropie überwinden. mehr natur möchte ich haben. mehr gundel fahren. überleben und alt werden. und die liebe soll bleiben und vor allem die zur lieben frau. und frieden ist ganz toll, gar weltfrieden. und mehr für die umwelt tun und weniger tier essen. und impft euch, die ihr das lest und noch nicht geimpft seid und kommt zur besinnung. das schreibe ich mal pro forma hier rein, obwohl ich mir beim besten willen nicht vorstellen kann, dass irgendwelche nichtgeimpfte schwurbler:innen hier mitlesen.

hab ich was vergessen? schreibt’s in die kommentare.

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